Thüringer Landesamt für Statistik - Pressemitteilung


Erfurt, 22. März 2010 - Nr. 083

Thüringer Einzelhandelsumsatz im Januar 2010 real um 3,3 Prozent gesunken

Der Thüringer Einzelhandel setzte im Januar 2010 real (preisbereinigt) 3,3 Prozent und nominal (in jeweiligen Preisen) 2,7 Prozent weniger um als im Januar 2009. Allerdings hatte der Januar 2010 mit 25 Verkaufstagen einen Verkaufstag weniger als der Januar 2009.

Im bundesweiten Durchschnitt hatten die Einzelhandelsbetriebe Umsatzrückgänge auf ähnlichem Niveau zu verkraften. So lag der Umsatz im Einzelhandel in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes im Januar 2010 real um 3,4 Prozent und nominal um 3,0 Prozent unter den Ergebnissen des Vorjahresmonats.

Die meisten Branchen des Thüringer Einzelhandels hatten ebenfalls sowohl reale als auch nominale Umsatzrückgänge zu verzeichnen.
Der deutlichste Rückgang war im „Einzelhandel, nicht in Verkaufsräumen, nicht an Verkaufsständen oder auf Märkten“ (dazu gehört unter anderem der Brennstoffhandel) zu beobachten. Hier sanken die realen Umsätze im Vergleich zum Januar 2009 um 15,9 Prozent, die nominalen Umsätze gingen um 12,5 Prozent zurück.
Auch die vom Umsatzvolumen bedeutendste Branche des Thüringer Einzelhandels, der „Einzelhandel mit Waren verschiedener Art“ (hierzu zählen beispielsweise Supermärkte, Kaufhäuser und Verbrauchermärkte), hatte im Januar 2010 sowohl reale (- 3,2 Prozent) als auch nominale (- 3,4 Prozent) Umsatzrückgänge zu verkraften.
Deutliche Umsatzzuwächse konnte als einzige der betrachteten Branchen der „Einzelhandel mit Motorenkraftstoffen“ (Tankstellen) vorweisen. Hier stiegen die realen Umsätze im Vergleich zum Vorjahresmonat um 6,2 Prozent, die nominalen Umsätze konnten um 20,4 Prozent gesteigert werden.

Die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen zeigt im Vergleich zum Vorjahresmonat eine einheitliche Tendenz. So waren in den betrachteten Wirtschaftsgruppen Rückgänge zwischen 0,9 Prozent (im „Einzelhandel mit sonstigen Haushaltsgeräten usw.“) und 15,7 Prozent (im „Einzelhandel, nicht in Verkaufsräumen, nicht an Verkaufsständen oder auf Märkten“) zu beobachten.
Dementsprechend sank auch die Zahl der Beschäftigten im Thüringer Einzelhandel insgesamt im Januar 2010 um 1,7 Prozent, wobei die Zahl der Vollzeitbeschäftigten (- 2,3 Prozent) deutlich stärker zurückging als die Zahl der Teilzeitbeschäftigten (- 1,2 Prozent).

Ausführliche Ergebnisse enthält der in Kürze erscheinende Statistische Bericht „Umsatz und Beschäftigte im Handel und Gastgewerbe Thüringens – Januar 2010“.

Veränderung des Umsatzes und der Beschäftigtenzahlen im Thüringer Einzelhandel 1)
Wirtschaftsgruppe (WZ 2008) Januar 2010
Umsatz Beschäftigte
real
(in Preisen
von 2005)
nominal
(in jeweiligen
Preisen)
insgesamt davon
Vollzeit Teilzeit
Veränderung gegenüber Januar 2009
Prozent
Einzelhandel insgesamt
(ohne Handel mit Kraftfahrzeugen)
- 3,3 - 2,7 - 1,7 - 2,3 - 1,2
  darunter  
Einzelhandel mit Waren verschiedener Art 2)3) - 3,2 - 3,4 - 1,4 - 3,4 - 0,5
Einzelhandel mit Nahrungsmitteln usw. 2) - 6,6 - 5,6 - 4,9 - 2,0 - 8,4
Einzelhandel mit
Motorenkraftstoffen (Tankstellen)
6,2 20,4 - 4,1 - 1,7 - 12,4
Einzelhandel mit sonstigen
Haushaltsgeräten usw. 2)
- 8,1 - 5,9 - 0,9 - 0,6 - 1,4
Einzelhandel mit sonstigen
Gütern 2)4)
- 2,1 - 0,9 - 1,9 - 0,9 - 2,5
Einzelhandel, nicht in Verkaufsräumen,
an Verkaufsständen oder auf Märkten 5)
- 15,9 - 12,5 - 15,7 - 16,4 - 13,0
1) vorläufige Ergebnisse
2) in Verkaufsräumen
3) z.B. Supermärkte, Kaufhäuser, Verbrauchermärkte
4) z.B. Einzelhandel mit Bekleidung, Schuhen, Lederwaren, Schmuck; Augenoptiker, Apotheken
5) z.B. Brennstoffhandel, Versand- und Internethandel



Anteil am nominalen Gesamtumsatz im Einzelhandel nach Einzelhandelsbranchen im Januar 2010

Umsatz und Beschäftigte im Thüringer Einzelhandel 2009 und 2010

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Weitere Auskünfte erteilt:
Dr. Oliver Greßmann
Telefon: 0361 37-84272
E-Mail: oliver.gressmann@statistik.thueringen.de