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ZENSUS 2022

Fragen & Antworten
Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ)

Soweit personenbezogene Bezeichnungen im Maskulinum stehen, wird diese Form verallgemeinernd verwendet und bezieht sich auf alle Geschlechter.
Was ist die Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) und welche Merkmale werden dabei von den Eigentümern, Verwaltern und sonstigen Nutzungs- und Verfügungsberechtigten erfragt?

Die Gebäude- und Wohnungszählung ist ein Erhebungsteil des Zensus. Ziel der Gebäude- und Wohnungszählung ist die flächendeckende und vollzählige Erfassung aller am Zensusstichtag bestehenden Gebäude mit Wohnraum bzw. Wohnungen sowie der bewohnten Unterkünfte. Auskunftspflicht besteht für alle Eigentümer, Verwaltungen sowie sonstige Verfügungs- und Nutzungsberechtigte von Gebäuden mit Wohnraum und Wohnungen.

In der Gebäude- und Wohnungszählung werden zwei Arten von Merkmalen erhoben: Erhebungs- und Hilfsmerkmale.

Erhebungsmerkmale für Gebäude mit Wohnraum und bewohnte Unterkünfte sind: Gemeinde, Postleitzahl und amtlicher Gemeindeschlüssel; Art des Gebäudes; Eigentumsverhältnisse; Gebäudetyp; Baujahr; Heizungsart und Energieträger; Zahl der Wohnungen.

Erhebungsmerkmale für Wohnungen sind: Art der Nutzung; Leerstandsgründe; Leerstandsdauer; Fläche der Wohnung; Zahl der Räume; Nettokaltmiete.

Hilfsmerkmale sind: Familienname, Vornamen und Anschrift der Auskunftspflichtigen; Namen und Vornamen von bis zu zwei Personen, die die Wohnung nutzen; Zahl der Personen, die in der Wohnung wohnen; Straße, Hausnummer und Anschriftenzusätze der Wohnung.

Was wird unter Gebäuden mit Wohnraum, bewohnten Unterkünften und Wohnungen verstanden?

Als Gebäude mit Wohnraum gilt jedes für längere Dauer errichtete Bauwerk mit mindestens einer Wohnung und eigenem Zugang (Haustür, Treppenhaus). Brandmauern innerhalb zusammenhängender Bebauung (Doppelhäuser, Reihenhäuser, geschlossene Blockbebauung), die vom Keller bis zum Dach reichen, sind immer gebäudetrennend. Ist keine Brandmauer vorhanden, so gelten die zusammenhängenden Gebäudeeinheiten als separate Gebäude, wenn Sie einen eigenen Zugang besitzen. Auch vorwiegend für administrative und gewerbliche Zwecke genutzte Gebäude sind Gebäude mit Wohnraum, sofern Sie mindestens eine Wohnung (z. B. Hausmeisterwohnung) enthalten. Ebenso zählen leerstehende Gebäude mit Wohnungen zur Erhebungsgrundgesamtheit. Dies gilt zum Beispiel auch für bezugsfertige Neubauten, die am Zensusstichtag noch unbewohnt sind.

Bewohnte Unterkünfte sind behelfsmäßige Bauten. Hierzu zählen z. B. Wohnbaracken, Bauwagen, Wohnwagen (z. B. auf Campingplätzen), Gartenlauben, Schrebergartenhütten, Jagdhütten, Weinberghütten, Almhütten, fest verankerte Wohnschiffe und Wohncontainer. Als bewohnt gilt eine Unterkunft, wenn am Zensusstichtag mindestens eine Person mit Hauptwohnsitz unter dieser Anschrift gemeldet ist.

Unter einer Wohnung sind nach außen abgeschlossene, zu Wohnzwecken bestimmte, in der Regel zusammenliegende Räume zu verstehen, die die Führung eines eigenen Haushalts ermöglichen und die zum Zensusstichtag nicht vollständig für gewerbliche Zwecke genutzt werden. Zur Wohnung gehören auch gesondert liegende und zu Wohnzwecken ausgebaute Keller- oder Bodenräume (z. B. Mansarden). Eine Wohnung muss nicht notwendigerweise eine Küche oder Kochnische enthalten. Wohnungen verfügen über einen eigenen Eingang. Der Zutritt kann über das Treppenhaus, von einem Vorraum oder von außen erfolgen. Das heißt, dass die Bewohner ihre Wohnung betreten und verlassen können, ohne durch die von einem anderen Haushalt genutzten Räume gehen zu müssen. Ist dies nicht der Fall, zählen die getrennten Wohneinheiten als eine Wohnung. Eine Wohnung kann zum Stichtag leer stehen.

Wie sind Eigentümer, Verwalter und sonstige Nutzungs- und Verfügungsberechtigte definiert?

Als Eigentümer gilt grundsätzlich, wem das Eigentum an einem Gebäude oder an einer Wohnung ganz oder teilweise durch einen Grundbucheintrag rechtlich zusteht (zivilrechtlicher Eigentümer). Neben den zivilrechtlichen Eigentümern zählen hierzu auch die wirtschaftlichen Eigentümer nach § 39 Abs. 2 der Abgabenordnung (AO), welche die tatsächliche Herrschaft über ein Wirtschaftsgut, welches sich im Eigentum eines anderen befindet, ausüben.

Verwalter (Wohnimmobilienverwalter) ist nach § 34c Abs. 1 Nr. 4 Gewerbeordnung (GO), wer das gemeinschaftliche Eigentum von Wohnungseigentümern im Sinne des § 1 Abs. 2, 3, 5 und 6 des Wohnungseigentumsgesetzes (WoEigG) oder für Dritte Mietverhältnisse über Wohnräume im Sinne des § 549 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) verwaltet. Die Verwaltung liefert soweit möglich alle Gebäude- und alle Wohnungsmerkmale. Liegen der Verwaltung die erfragten GWZ-Merkmale nicht vor, liefert sie die Namen und Anschriften der Eigentümer. Rechtliche Grundlage ist die Regelung zur Auskunftspflicht im § 23 ZensG.

Ich bin nicht mehr Eigentümer beziehungsweise Verwalter. Was muss ich tun?

Sollten Sie nicht mehr Eigentümer beziehungsweise Verwalter des betreffenden Objekts sein, füllen Sie den Fragebogen der Gebäude- und Wohnungszählung bitte dennoch aus und geben Sie unter „Angaben zum/zur neuen Eigentümer/-in“ beziehungsweise „Angaben des/der Auskunftspflichtigen“ die (neue) auskunftspflichtige Person an, die stattdessen die Auskünfte in der Gebäude- und Wohnungszählung erteilen kann.

Was muss ich tun, wenn ich nicht für alle Merkmale eines Gebäudes vollständig Auskunft geben kann?

Die Auskunft ist nach § 15 Abs. 5 BStatG wahrheitsgemäß und vollständig zu erteilen. Wenn Ihnen nicht alle Angaben zum Gebäude oder zur Wohnung bekannt sein sollten, recherchieren oder schätzen Sie diese bitte.

Ich bin an der angegebenen Anschrift Eigentümer, Verwalter oder sonstiger Verfügungs- und Nutzungsberechtigter eines Gebäudes/einer Einheit ohne Wohnraum. Was soll ich tun?

Bitte füllen Sie den Fragebogen der Gebäude- und Wohnungszählung dennoch aus und geben Sie bei der Frage „An dieser Anschrift trifft Folgendes zu“ an, dass es „an dieser Anschrift kein Gebäude mit Wohnraum (mehr) gibt“.

Bitte beachten Sie, dass zwischen reinen Geschäftsgebäuden und gemischt genutzten Gebäuden unterschieden wird. Gebäude, in denen es mindestens eine zu Wohnzwecken genutzte oder leerstehende Wohnung gibt, zählen grundsätzlich als Gebäude mit Wohnraum. Die Gebäudeart können Sie im Fragebogen genauer bestimmen.

In meinem Anschreiben bzw. im Fragebogen werden mir falsche Angaben zur Gebäudeanschrift angezeigt. Was muss ich tun?

Sollten sich im Fragebogen oder Anschreiben falsche Angaben zum Objekt befinden, etwa eine falsche Straße, eine falsche Schreibweise oder Hausnummer, geben Sie die Korrektur bitte ausschließlich im Fragebogen bei der Frage „Ist diese Gebäudeanschrift korrekt?“ an. Beantworten Sie anschließend die weiteren Fragen zum Objekt.

Falls Ihre Anschrift oder Ihr Name auf dem Anschreiben fehlerhaft sein sollten, beantworten Sie die Fragen zum Objekt im Fragebogen bitte trotzdem.

Besteht eine Auskunftspflicht?

Für die Durchführung des Zensus im Jahr 2022 gilt die Auskunftspflicht gemäß § 6 Abs. 1 Nr. 1 Satz 3 BStatG und § 24 Abs. 1 ZensG 2022 in Verbindung mit § 15 BstatG. Die Meldung muss über einen vom Thüringer Landesamt für Statistik vorgegebenen Meldeweg erfolgen (online oder über einen Papierfragebogen). Auskunftspflichtig sind alle Eigentümer und Verwalter, Erbbauberechtigte oder sonstige Verfügungsberechtigte von Gebäuden mit Wohnraum, bewohnten Unterkünften sowie Wohnungen (Wohnungseigentümer).

Generell gilt, dass Auskunftspflichtige, welche keine, keine vollständige, keine richtige oder nicht rechtzeitige Auskunft geben, zur Erteilung der Auskunft per Zwangsgeld nach den Verwaltungsvollstreckungsgesetzen der Länder angehalten werden können.

Ich habe keinen Zugang zum Internet. Wie kann ich trotzdem an der Hauptbefragung teilnehmen?

Sollte eine Onlinemeldung nicht möglich sein, können die Auskünfte auch schriftlich über einen Papierfragebogen erteilt werden. Zur Anforderung des kostenfreien Papierfragebogens können Sie sich für die Auskunftserteilung im Rahmen der Gebäude- und Wohnungszählung an die zum Ortstarif erreichbare Hotline-Nummer 0361 / 2242 7836 wenden. Dafür wird die auf dem Anschreiben zugesendete(n) Zugangsnummer(n) benötigt.

Eine telefonische Meldung ist bei der Haupterhebung nicht vorgesehen.

Was passiert, wenn ich die Rückmeldefrist nicht einhalten kann?

Sollten Sie keine Möglichkeit haben, innerhalb der gesetzten Frist zu antworten, dann erhalten Sie in wenigen Wochen standardmäßig ein Erinnerungsschreiben. Sie haben anschließend die Möglichkeit, innerhalb von 14 Tagen Ihre Auskünfte zu erteilen, ohne dass Verwaltungsmaßnahmen gegen Sie eingeleitet werden.

Entspricht die Weitergabe von Eigentümer- und Bewohnerdaten den Regelungen der DS-GVO?

Nach dem Zensusgesetz 2022 sind Vermieter verpflichtet, die Bewohnernamen anzugeben. Die Zulässigkeit der Abfrage ist in § 10 Abs. 2 Zensusgesetz 2022 rechtlich geregelt. Mieter müssen nur dann darüber informiert werden, wenn diese nicht bereits durch den Mietvertrag oder spezielle Vereinbarungen über die Weitergabe von Daten informiert wurden (Artikel 13 DS-GVO). Das Einverständnis der Mieter zur Weitergabe der Namen muss nicht eingeholt werden.

Der Schutz der im Rahmen des Zensus 2022 erhobenen Daten ist insbesondere durch die statistische Geheimhaltung rechtlich verankert. Die statistische Geheimhaltung ist das zentrale Fundament der Beziehungen von statistischen Behörden und den Auskunftsgebenden. Gesetzlich festgeschrieben ist sie in § 16 des BStatG und in den Landesstatistikgesetzen. Für alle amtlichen Statistiken in Deutschland gilt generell der zentrale Grundsatz, dass die Einzelangaben der Befragten strikt geheim zu halten sind. Die Angaben dienen ausschließlich statistischen Zwecken und dürfen nur für die gesetzlich bestimmten Zwecke verwendet werden. Hilfsmerkmale wie Anzahl und Namen von bis zu zwei Wohnungsnutzern sind zudem zu löschen, sobald die Überprüfung der Erhebungs- und Hilfsmerkmale auf ihre Schlüssigkeit und Vollständigkeit abgeschlossen ist.



Weiterführende Informationen auf der Internetseite des ZENSUS 2022  .

© Thüringer Landesamt für Statistik, Europaplatz 3, 99091 Erfurt – Postfach 90 01 63, 99104 Erfurt